In den letzten Tagen habe ich hier mal besonders auf die „Geschlechterrollen“ geachtet.
Es ist natürlich nur ein sehr subjektiver und äußerlicher Eindruck. Und ich weiß auch nicht, ob es auf den anderen Cookinseln ähnlich ist. Aber die weibliche Rolle scheint mir hier schon eher gleichberechtigt. Man sieht jüngere Frauen oft in den typischen „Fußballtrikotklamotten“ wie die Jungs, an Feiertagen dann auch schonmal im Kleid und mit dem typischen Kopfschmuck „Hei“*.
Ältere Frauen eher im Kleid.
Die tollen langen Haare sind aber – außer beim Hula tanzen – immer hoch gesteckt. Jedenfalls hab ich es bisher nie anders gesehen. Und Kurzhaarfrisuren sind eher die Ausnahme.
Sowohl Frauen als auch Männer tragen oft eine (Tiaré-) Blüte hinterm Ohr. Links bedeutet: verheiratet, rechts: noch frei.
Frauen fahren hier die Familien-Trucks, schleppen Gasflaschen oder arbeiten als Tankwartin, allerdings hab ich noch keine Bauarbeiterinnen oder Fischerinnen gesehen. Männer tragen ihre Kinder durch die Gegend und holen die Wäsche ab. Grundsätzlich recht ausgewogen alles, hätte ich mit stärkeren klassischen Rollen gerechnet. Beim Barbeque bilden sich aber auch die typischen Männer-Frauen-Grüppchen.
Polynesien mal anders
Ansonsten muss ich sagen, dass ich mit zunehmendem Eintauchen ins Inselleben und den Blick hinter die Kulissen auch Unerwartetes und Negatives mitbekomme.
Dass Kinder z.B. einfach „weiter gegeben“ werden, wenn ein Paar keine bekommen kann, kenne ich ja schon von meiner letzten Reise. Aber dass die Kinder hier zw. den (kleinen) Cookinseln und der Verwandschaft in NZ oder AUNZ hin- und her pendeln, war mir neu.
Außerdem gibt es hier verhältnismäßig viele Transsexuelle, Fremdgehen scheint an der Tagesordnung zu sein und es finden sowohl viel Gewalt in der Ehe, als auch laute Streitigkeiten, Kindesmissbrauch, Alkoholismus und Lästereien statt. An den Wochenenden wird vielerorts durch gesoffen. Ob das wohl am Inseldasein liegt?
Klar ist, dass der Genpool dieser Insel eher etwas begrenzter ist aufgrund der langen „Vetternwirtschaft“.
Und als Einwanderer (was quasi nur durch Einheiraten geht) hat man es hier extrem schwer, weil die eingeschworene Einheimischen-Gemeinschaft einem Steine in den Weg legt, mobbt oder man boykottiert wird. Also doch nichts mit Inselparadies …außer, dass man nicht verhungert, weil es immer Obst+Kokosnüsse gibt.
*Meist handgefertigte Blumenkopfbedeckungen, oft einfach nur „Hei“ genannt, lautet der offizielle Name dieser Kopfbedeckungen „Umu Hei“. Es ist eine Zusammensetzung zweier polynesischer Wörter: „Umu“ bedeutet Aphrodisiakum und „Hei“ ist das polynesische Wort für Kranz. Wird gerne im Kühlschrank aufbewahrt und duftet herrlich intensiv nach Frangipani.

