Egal, ob es am älter werden liegt oder einfach am Generationenwandel. Man merkt wie sich Dinge grundsätzlich verändern,
die mal anders waren und auch auf dieser Insel stelle ich die neue „Reisekultur“ fest und kann zum Teil echt nur den Kopf schütteln.
Auf der einen Seite kann ich es ja verstehen, dass man während seines Jahresurlaubs so viel wie möglich sehen möchte. Aber ich treffe hier auch viele jüngere Langzeitreisende oder Franzosen, die ein mehrmonatiges Praktikum auf Tahiti machen. Die meisten „hetzen“ in Frz. Polynesien von Insel zu Insel, immer nur jeweils für zwei bis drei Tage. Natürlich zu 95 % per Flugzeug.
Es muss natürlich nicht jeder so lange wie ich auf solch kleinen Inseln bleiben und man kann auch mal auf der Durchreise sein, dennoch kommt für mich dieses „Checklisten-Reisen“ nicht in Frage. Mir scheint, als werden nur Webeinträge „Die 10 Dinge, die man auf/in xy gesehen haben muss“ abgeturnt, ohne auch nur mal links und rechts selber zu schauen oder einfach auszuprobieren oder mit Menschen zu sprechen. Auch Resourcen werden teils kopflos eingesetzt.
So muss ich hier tatsächlich erleben, dass diverse (vor allem die jüngeren) Reisende, auch wenn sie mehr Zeit als nur zwei Tage Zeit haben, sich ERNSTHAFT einen Roller oder sogar ein Auto(!) mieten, nur wei sie zu faul sind mit dem Fahrrad ganz gemütlich die 9 km zum Traumstrand „PK9“ zu fahren. Ich kapier es nicht!

Okay, der Weg ab Flughafen ist nicht mehr asphaltiert und nur noch löchrige, länger schattenfreie Schotterpiste (und offiziell für Autos verboten) aber ist das ein Grund?

Man hat doch Zeit und wird am Ziel reich belohnt? Scheinbar wird das Hier und Jetzt nicht so recht gelebt, ich kanns nicht sagen. Und man hat öfter den Eindruck eine Handyaufnahme ist wichtiger, als das eigentliche Erleben (Ohne Fon können die wenigsten den Tag überstehen🤷♀️). Aber der eine oder andere von Euch kennt das mit Sicherheit auch.

Grundsätzlich gibt es seit meinem Aufenthalt 2019 inzwischen mehr Autos+Roller auf der Insel und auch eine Tankstelle aber aufgrund der Straßensituation kann man nicht mal bis komplett in den Süden fahren, denn die ca. 18 Kilometer lange asphaltierte Straße endet einfach 😝. (Siehe auch hier auf Maps)
Zur Straße zitiere ich den Blog „Pacific Travel House“:
„Es war einmal ein Politiker, der kündigte einen Besuch im Französischen Überseegebiet an. Bora Bora stand auf seiner Besuchsliste, Tahiti und auch das kleine, sonst kaum beachtete Fakarava im Tuamotu-Archipel. Für drei Stunden sollte der Präsident auf dem größten Motu Rotoava verweilen, einen Lunch mit polynesischen Regierungsvertretern einnehmen und danach weiterreisen. Dafür wollte sich Fakarava von seiner besten Seite zeigen. Die Lampen am Hafen wurden erneuert, das Telefonsystem verbessert und die noch bis heute einzige asphaltierte Straße entstand. Jetzt konnte er kommen, der Präsident. Leider kam Jacques Chirac bei seinem Staatsbesuch 2003 in Französisch-Polynesien doch etwas dazwischen, er tauchte nie auf. Bis heute hat er Fakarava und seine famose Teerstraße noch nicht gesehen.“ 🤷♀️


Früher haben wir über die Asiaten gelacht, welche bei ihren Europa-Reisen wie bekloppt alles geknipst haben, um zu Hause beweisen zu können, was man alles „gesehen“ hat – heute muss man bei Insta belegen, dass man die „must-see-places“ ordentlich abgearbeitet hat, da kann man auf keine Ressourcen Rücksicht nehmen. Und diese Over-Tourismus-Idioten werden immer zahlreicher, egal wo es schön ist auf dieser Welt, warum also sollte es auf Fakarava anders sein ☹
Da hast du wohl leider Recht. 🙏