Good bye Tonga

Nach fünf Tagen ist meine Zeit auf Tonga nun leider schon vorbei. Gerne hätte ich noch die nördlichen Inseln besucht, doch hierzu reicht meine Zeit diesmal leider nicht.

Um wenigstens noch ein bisschen mehr zu sehen, habe ich nach zwei Tagen nochmal die Unterkunft gewechselt und bin vom „Noa guesthouse“ in „Tonis guesthouse“ umgezogen. Beides bekannte Backpacker-Unterkünfte auf Tongatapu. In beiden war ich allerdings derzeit quasi der einzige Gast.

Tonis guesthouse

Toni ist ein (inzwischen) 75-jähriger Brite, der seit Jahrzehnten schon auf der Insel lebt und der für seine Inseltouren bekannt ist. Er und seine tonganische Frau Leni geben sich größte Mühe ihren Gästen einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen. Toni hat allerdings, wie er mir unverblümt mitteilte, gerade seinen letzten von drei Zähnen verloren, kann kaum noch laufen und scheißt regelmäßig seine Frau zusammen, die das Ganze mit stoischer Ruhe erträgt.

Bis auf die ersten anderthalb Tage hatte ich das komplette Guesthouse für mich alleine und bekam sogar ein schnuckeliges Einzelzimmer.

Zu Beginn meines Aufenthalts traf ich dort auf Peter (63), der zu meiner Überraschung auch Deutscher ist und schon fast die ganze Welt bereist hat. Er schreibt Bücher über Tonga und dessen Historie, hat dort auch schon ein paar Jahre gelebt, so dass er mir natürlich viel zur Insel und zum Volk erzählen und zeigen konnte.

6. Station: Fafá island

Am vorletzten Tag hab ich dann noch einen Tagesausflug auf die vorgelagerte Insel „Fafá“ unternommen. Mit einem Bötchen wurde ich auf die Insel mit einem kleinen Luxusresort geschippert und konnte dort den farbenprächtigen und lebendigen Korallengarten beim Schnorcheln bewundern. Ein Traum! Highlight war hierbei neben einem kleinen Baby-Schwarzspitzenriffhai eine (giftige) Wasserschlange, die sich unter mir durch das Korallengeäst wand.

Lustig war, dass ich plötzlich am Strand auf zwei Berliner traf, die ich auf meiner Schnupperrunde durch Nuku’alofu kennen gelernt hatte und die mich freudestrahlend begrüßten.

Sie luden mich kurzerhand an ihre ‚Fale‚ (= Hütte) ein und wir verbrachten den Rest des Nachmittags zusammen. Außerdem stellten wir fest, dass wir auch noch den gleichen Weiterflug hatten, so dass wir uns später am Flughafen wieder trafen.

Einer von beiden arbeitet beim ZDF, ist u.a. auf den Spuren des Naturforschers Georg Forster unterwegs durch den Pazifik und schreibt ebenfalls Reise-Bücher. Also gabs auch hier wieder diversen Input zu tonganischen Artefakten und der Geschichte Polynesiens, bzw. diverser pazifischer Inselkulturen (Na gut, wir haben uns auch über die tonganischen Purpurhühner lustig gemacht, die unserer Meinung nach als Vorlage zu den „Raptoren“ im Film „Jurassic Park“ gedient haben müssen…die haben echt riiiiesen Füße)
Der andere arbeitet (aufgepasst liebe Kollegen:) beim BMF 🙂

Zusammenfassend muss ich sagen, dass man für Tonga mehr Zeit benötigt. Ein Land mit leider (inzwischen) schlechter Esskultur, seltsamen Bräuchen, einer Wirtschaft, die zusammenbräche, wenn die tonganische Verwandschaft kein Geld aus dem Ausland schicken würde, zu vielen Straßenhunden, Kirchen über Kirchen und frei laufenden Schweinen (total süß, wenn aus dem Gebüsch plötzlich drei pechschwarze Ferkelchen auf Verfolgungsjagd geschossen kommen). Die Hauptstadt versprühte leider wenig Charme und wer hier nicht fragt, der wird nicht viel erfahren. Wenn man allerdings mal jemanden anspricht, wird gerne Auskunft gegeben und schonmal ein Selfie mit Dir als „Palangi“ (=Weißer) gemacht.

Ta toki fesiofaki ‘i he Pule‘anga ‘o e ‘Otuá.

Auch zu Tonga gibts natürlich weitere Fotos in der Bildergalerie

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