Hostelalltag

Seit vier Monaten tingel ich jetzt schon von Hostel zu Hostel. Und bin immer wieder erstaunt.

Wie einige Leute sich verhalten und Gemeinschaftsküchen oder -bäder hinterlassen ist grausam. Ich frage mich manchmal ob es eine Frage des Alters, der Generation oder doch des Charakters und guter Erziehung ist.

Dass der Schlafsaal manchmal aussieht, als sei eine Bombe eingeschlagen, kann ich ja noch verstehen. Denn nicht jeder möchte seine Klamotten im Rucksack lassen und Schränke oder Fächer sind oft nicht vorhanden. Da bleibt nur der Boden und/oder das eigene Bett.

Aber Küche und Bad? Da kochen Leute und hinterlassen (natürlich trotz entsprechender Beschilderung) die Küche wie Schweine. Es fällt was runter oder daneben? Ja, und? Die Packung ist leer? Kann man auch liegen lassen…wenn sie weg geweht wird, auch egal. Mülleimer steht daneben. Geschirrtücher landen im Spülwasser, die Rote Beete läuft aus, Töpfe und Pfannen werden benutzt und anstelle sie wenigstens direkt leer zu machen, setzt man sich gemütlich zum Essen, während 20 andere auf Kochgeschirr warten.

Im Bad genau das Gleiche. Leere Shampooflaschen und Cremedosen werden liegen gelassen, Haare nicht eingesammelt (manchmal finden sich auch ganze Haarknäuel) und vergessene Haarnadeln/-gummis rosten vor sich hin. Der eine oder andere duscht mal gemütlich eine Stunde (in wasserarmen Regionen besonders toll!), während andere Schlange stehen.

(Von den schlimmsten Situationen hab ich leider keine Fotos 🙂 )

Ich habe sogar erlebt, dass man im Zimmer meine Flossentasche einfach ungefragt geöffnet hat, um die Flosse als ‚verlängerten Arm‘ zu benutzen und dann alles einzeln ins Regal geworfen wurde. Manchmal wird das (einzige) Licht ungefragt an- oder ausgemacht und der eine oder andere macht sich auch keine Gedanken, dass laute Videotelefonie vielleicht stören könnte, wenn andere schlafen möchten. (Oder um 5 Uhr aufstehen zur Arbeit)

Am schlimmsten ist es aber, wenn sich jemand Bettwanzen eingefangen hat, dies nicht im Hostel meldet und einfach ins nächste Hostel weiterreist (im Glauben mit Lüften des Schlafsacks wäre die Sache erledigt..hab ich erlebt!)

Natürlich sind nicht alle so rücksichts- und respektlos. Aber es wäre schöner, wenn alle gleichsam darauf achten würden. Ansonsten muss man sich (ein teureres) Einzel-/Doppelzimmer buchen.

Und das „Hostelleben“ hat ja auch schöne Seiten. So findet man schnell neue Kontakte und/oder temporäre Wegbegleiter, kann sich austauschen, erhält Hostel- & Tourinfos aus erster Hand und überschüssige Lebensmittel wechseln kostenlos den Besitzer.

* Was ist Vegemite? (Wie Maggipaste)

Für mich ist es immer wieder spannend in einem neuen Hostel anzukommen und von der Organisation über die Lage, bis hin zu den Gästen alles zu erkunden.

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