Mit Dengue infiziert – und nun?

Zurück in der Heimat, ist man natürlich in erster Linie erst einmal froh daheim zu sein, wenn man sich auf einer Reise mit einer unangenehmen und gefährlichen Krankheit angesteckt hat.

In meinem Fall hatte es mich ja auf Rarotonga erwischt. Dengue!

Zwar berappelte ich mich nach vier Tagen im Bett und anschließenden fünf Tagen Intensivstation im Krankenhaus wieder aber welches Nachspiel das Ganze haben sollte, war mir zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht klar.

Die Ärzte hatten mir zwar erklärt, dass es sehr lange dauern kann bis man sich vollständig erholt hat und der Körper wieder zu Kraft kommt aber mehr Details wusste ich nicht.

So fand ich mich zwei Wochen später in Australien wieder mit Hitzewallungen und Schweiß in der Nacht, außerdem depressive Verstimmungen und Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen. Mehr als 50 Meter laufen ohne Schmerzen war nicht drin. Das macht einem ganz schön Sorge, wenn man nicht weiß was los ist.

Fünf Monate später

Post virales Syndrom lautete die Antwort auf meine Beschwerden. Mein Körper muss sich erstmal wieder ‚entgiften‘ und erholen, wie mir mein Arzt später erklärte. Fünf Monate hat es in meinem Fall gedauert, bis die stärksten Unannehmlichkeiten mit Vitamin-B-Zugabe und entsprechender Ernährung beseitigt waren.

Nach der Reise ist vor der Reise

Hätte mir jemand vor meiner Infektion genauer erklärt, was es mit Denguefieber auf sich hat – ich glaube ich hätte mich noch mehr vor den kleinen Plagegeistern geschützt…was man aber – seien wir ehrlich – eh nicht zu 100% kann. Und anscheinend hatte ich mich nicht gründlich genug informiert …oder es auf die leichte Schulter genommen.

Das Auswärtige Amt schreibt:
„…Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe auch Merkblatt Dengue-Fieber. Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen…“

Recherchiert man als Infizierte/r nun nach Reiserückkehr im Netz, so findet man häufig die Information, dass eine Zweitinfektion meist gefährlicher oder schlimmer verläuft als die Erste. Das schürt natürlich Ängste und man stellt sich die Frage, ob man jetzt nur noch in kältere Länder reisen kann, bis wohin die übertragenden Mückenarten noch nicht vorgedrungen sind.

Da man gegen den Dengue-Typ, mit dem man sich infiziert hat, immun ist, kam ich auf die glorreiche Idee mir meine nächsten Reiseziele nach Dengue-Vorkommen nach DENV-Typ raus zu suchen. 🙂

Leider muss man sagen, dass DENV3 heute auf allen Kontinenten vorkommt. Zwar nicht immer überall, aber das ändert sich ständig. Also ist meine Idee leider auch keine sichere Bank.

Nach Recherche und Kommunikation mit dem Robert-Koch-Institut kann ich allerdings etwas aufatmen und sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man wegen einer Zweitinfektion sehr schwer an Denguefieber erkrankt NICHT SEHR HOCH ist. Sie ist nur HÖHER, als bei jemandem, der noch nie vorher Denguefieber hatte. (Stand 2019)

Im Merkblatt Dengue-Fieber kann man das auch nachlesen: „…Meistens – aber eben nicht immer – erkranken nur einheimische Kinder mit gefährlichen Verläufen. Besonders betont werden muss, dass auch Zweiterkrankungen nur selten zu DHF/DSS führen. Meistens verlaufen sie ähnlich harmlos wie eine erste Erkrankung…“

Ich bin also erleichtert und habe weniger Sorge meine Reisepläne weiter zu verfolgen!

UPDATE: Impfstoff, neue Infos und Erkenntnisse zu Dengue (Stand Mai 2019)

Ironie

Übrigens gut zu wissen: Nach zwei verschiedenen Dengue-Serotyp-Infektionen kann man wieder überall hin reisen. Die 3. und 4. Variante ist dann kein Problem mehr!

Nein – keine Selbstversuche für mich 🙂 🙂
Und als Appell an Euch:

Immer schön gegen Mücken schützen!!

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